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DLG - Libelle

mit freundlicher Unterstützung von modellflugwelt.de

Kalifornische Libelle

Wer zum ersten Mal den Start eines DLG (=Discus Launch Glider) sieht, bei dem der Pilot das Flugzeug am ausgestreckten Arm nach einer 360° Rotation des gesamten Körpers in die Luft katapultiert, wird mit einer Mischung aus Belustigung und Begeisterung den eleganten Flieger bei der Suche nach Aufwinden beobachten.

Für Einsteiger und Modellflieger mit schmaler Hobbykasse war diese Klasse lange Zeit unerreichbar. Seit einigen Monaten bietet die kalifornische Modellflugzeugfirma "Dream-Flight" nun einen aus EPP und CFK gefertigten Bausatz in ARG (Almost Ready to Glide) an. Warum eine US-Amerikanische Firma ihrem neusten Modell einen deutschen Namen gibt, wird in der Anleitung beschrieben: Inspiriert von den "Dragonflys" (=Libellen) wurde dieses Fluggerät konzipiert und entwickelt.

Dieser Bausatz soll in diesem Bau- und Flugbericht genauer unter die Lupe genommen werden.


Der Bausatz


Die Verpackung.


Inhalt des Baukastens. In der Box...


...und bei der Bestandsaufnahme.


Tipp: Die CFK-Stäbe für die Anlenkung von Höhen- und Seitenruder sind in die Box geklebt.
Hier muss der Tapestreifen abgepult werden, anstatt an den relativ empfindlichen Anlenkstäben zu zerren (Bruchgefahr).


Der Bau

Der Bau gestaltet sich unproblematisch. Einzig die englischsprachige Anleitung könnte den einen oder anderen vor eine Herausforderung stellen.
Daher möchte ich an dieser Stelle "auf gut Deutsch" die wichtigsten Kniffe beschreiben und weitere Tipps geben, damit der Nachbau auf jeden Fall gelingt.


Viel Werkzeug ist nicht erforderlich. Das benötigte findet sich in fast jeder Bastelkiste. Eine Flachzange und eine
Pinzette sind nicht zwingend erforderlich, erleichtern jedoch die Arbeit (beim Anbringen der Leitwerksanlenkungen).


Als erster Arbeitsschritt wird mit einem Skalpell oder einem Cutter die Verbindung zwischen den Querrudern sowie den
Rudern am Leitwerk etwas "gelockert". Dazu reicht es aus mit ruhiger Hand im Abstand von ca. 20mm breite Schlitze
im Abstand von 15-20mm zu setzen. Wichtig hierbei ist, dass an den Rändern (und am besten auch direkt vor den
Ruderhörnerns) ausreichend Material stehen gelassen wird, um die Struktur nicht zu schwächen.
Anschließend die Ruderflächen 20 mal hin und her bewegen, dann merkt man schon, dass es leichtgängig ist.


Nun kommt ein entscheidender - aber auch nicht wirklich schwieriger - Schritt: Die Verbindung der Flächenhälften.
Es hat sich tatsächlich bewährt genau nach Anleitung vorzugehen und etwas hochwertigeres Tape überlappend auf die
Verbindungsstege zu kleben, die Aufnahme (zuerst der linken Tragfläche) mit CA-Kleber zu benetzen und dann die
Verbinder einzusetzen.


Dabei sollte man nicht vergessen auch leichten Druck seitlich aufzubringen, damit die Verbinder vollständig in die
vorgesehenen halbrunden Aussparungen der Fläche hineinrutschen und sich kein Versatz einstellt.


Mit der zweiten Fläche wird ebenso verfahren, hierbei werden jedoch zusätzlich die sich berührenden Stirnseiten mit
CA-Kleber benetzt. Ein kräftiger Druck und anschleißendes Halten der Verbindung für ca. 30 Sekunden hat in meinem
Fall völlig ausgereicht. (Zur Sicherheit habe ich hier an der Stelle dennoch eine mehrminütige Trockenpause eingelegt).


Unkompliziert ist das anschließende Aufbringen der oberseitigen Verbindungsplatte.


Ebenso werden die Ruderhörner aufgeklebt.


Der Einbau der Querruderservos ist ebenfalls schnell erledigt, wenn man direkt passende Servos verwendet.
Bei mir kommen hochwertige Digitalservos HS-5035HD zum Einsatz. Diese passen perfekt.


Eingebautes QR-Servo, das Servokabel wird in der vorbereiteten Fuge verlegt und mit dem Fingernagel oder einem
flachen Schraubendreher soweit eingeschoben, dass nichts mehr über die Flächenunterseite herausguckt.
Später wird die Fuge mit einem Streifen Tesafilm versiegelt, ich habe auch über den Servoschacht Tesafilm geklebt,
das verhindert das Eindringen von Staub und Schmutz. Tipp: Wenn man das Tesafilm mit einer Schere schneidet
anstatt es über die geriffelte Klinge der Rolle zu reißen, dann kleben die Kanten besser und ziehen weniger
Schmutz an (und es sieht besser aus...).


Als nächstes werden die Seros für den Einbau im Rumpf vorbereitet. Auch hier kommen bei mir wieder HS-5035HD zum Einsatz.
Die Anleitung liefert eine genaue Beschreibung, wie die Servohebel abgelängt, angebracht und ausgerichtet sein sollen.
Vor dem nächsten Schritt sollte man dies genau überprüfen, dabei nicht vergessen die Servomittenposition und die
Drehrichtung zu prüfen. Dazu die Servos an den Empfänger anschließen und bei der Fernbedienung alle Trimmhebel auf 
Neutralposition bringen. Erst wenn alles wie gewünscht funktioniert die kleinen Sicherungsschrauben zur Fixierung des
Servohebels einsetzen.


Die Servos sind fertig für den Einbau, es wird mit dem außen liegenden Servo begonnen. Merke: Im Rumpf ist unter
der Servotasche eine Nut, damit das Kabel seitlich sauber herausgeführt werden kann. Dies erleichtert die Montage
des zweiten Servos.


Die Servos werden mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert: Dazu wird ein Tropfen in jedes Schraubenloch gegeben.
Wenn man dann ein wenig an den Servos ruckelt, sieht man, wie der Kleber unter die Auflagefläche zieht.
Kurz anpressen, halten, fertig.


Weiter geht es mit der Montage des Höhenruders. Dieses wird auf den vorbereiteten Sockel aufgeschraubt.
Das Seitenruder wird geklebt. Damit dieses im 90°-Winkel zum Höhenruder steht wird die Verwendung von Hilfsmitteln,
wie einem Winkel oder einem Geodreieck empfohlen. Durch die Profilierung der Leitwerksflächen und die daraus
resultierenden gekrümmten Oberflächen ist es relativ schwierig diese Werkzeuge sinnvoll einzusetzen.
Die Montage des Seitenruders sollte vor der Klebung einige male "trocken" geübt werden.

Als Hinweis empfiehlt die Anleitung hier auf 5min-Epoxy umzusteigen, um etwas mehr Zeit für Justage-Arbeiten zu haben.
Meiner Erfahrung nach birgt dies das Risiko der Verschlimmbesserung, weil man ewig an den Leitwerken rumnästelt,
bis der Kleber trocknet und am Ende dennoch meist alles schief steht.
Ich habe hier mit CA-Kleber gearbeitet und von hinten über das Leitwerk auf fluchtende Linien (z.B. von Möbeln mit
rechten Winkeln) gepeilt, mit dem Ergebniss bin ich zufrieden und es ging fix und einfach ;)


Montage der Anlenkungsstange für das Höhenruder.


Es ist tatsächlich wichtig, wie herum die Gabel auf die Anlenkung gesteckt wird. Daraus resultiert die Position der
Schraube. Auf dem Bild ist die richtige Montagerichtung dargestellt.


Nach der Montage des Seitenruders ist es zur "Einfädelung" der Seitenruderanlenkung ratsam den Flieger auf die
Seite zu drehen, dadurch rutscht der CFK-Anlenkstab besser in die gewünschte Position.


Anlenkgabeln anbringen, Empfänger und Akku einbauen - schon ist die Libelle bereit für den Erstflug.
 


Allgemeine Tipps und Tricks

Wer oben genannte Bauschnitte befolgt, wird vermutlich keine Schwierigkeiten bekommen. Der gesamte Aufbau dauert nicht länger als 2h, wenn man sich viel Zeit nimmt. Es ist also an einem gemütlichen Abend zu schaffen. Wer gut vorbereitet ist, soll den Flieger auch in ca. 50 min fertigstellen können - aber warum hetzen? Der Bau dieses Modells macht Spaß und es zeigt sich immer wieder: ein sauber aufgebautes Modell fliegt einfach besser.

Wer Fragen oder Anregungen hat, kann gerne über das Kontaktformular dieser Seite Kontakt aufnehmen.

In Kürze werde ich hier einen Erstflugbericht veröffentlichen.