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Nurflügler - Knurrri

Baubericht - Knurrri von EPP-Versand.de

Ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Baubericht schreiben und einige Erfahrungen einfließen lassen. Damit möchte ich anderen, denen es ähnlich geht wie mir, den Einstieg zu erleichtern. Und vielleicht haben ja auch die alten Hasen noch den ein oder anderen Tipp. Ich hoffe jedenfalls, dass es dem ein oder anderen hier gefällt...

Also, der Knurrri wurde an verschiedenen Stellen als gutes Einstiegsmodell mit Allround-Einsatzgebiet vorgestellt. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich ein handliches "immerflieg"-Modell haben wollte, das robust und vielseitig ist.
Ich möchte ihn motorisieren, aber gerne dennoch möglichst leicht bauen.



Für alle die ihn nicht kennen, hier die technischen Daten:
Spannweite: 90cm
Pfeilung: 26°
Profil: CK008 / 10%
Material: EPP RG20
Kosten: ca. 20 Euro + x

Ein langer Karton, der schon zwei Tage nach der Bestellung bei mir eintraf enthielt die beiden Flächenteile, Winglets, profilierte Balsaruder und sogar Ruderhörner sowie Strappingtape. Ganz klar: Uhu por hat man eh, Paketband in verschiedenen Farben kann man gleich mitbestellen.
Eine gute Bauanleitung ist ebenfalls im Internet verfügbar, aber über die Angaben in dieser Anleitung hinaus sind mir noch ein paar Sachen aufgefallen, die ich hier als Anregung stehen lassen möchte.

Die Flächenhälften werden auf einem großen Tisch passgenau und verzugsfrei mit Uhu Por verklebt, als nächstes kann man gleich die Aussparungen für die Ruder und ggf. für den Motor ausschneiden, gerne sollte man da dem alten Cutter mal eine neue Klinge spendieren (gilt generell beim Bauen: lieber einmal mehr die klinge tauschen, wenn sie Stumpf ist geht vieles "Schief" - im wahrsten Sinne des Wortes.
Gute Hilfe leistet eine 1m lange Aluminiumleiste aus dem Baumarkt, gewissermaßen ein Lineal zum Schneiden mit dem Cutter.

anzeichnen


und ausschneiden


Servos auf die Flächen legen - ich habe sie ca. 3 cm von der "Innenkante" des Ruders platziert, möglichs weit vorne, damit man dem alten Problem des Schwerpunkts, der immer schwer nach vorne, aber leichter nach Hinten gebracht werden kann, zu vermeiden. Die Schächte habe ich mit einem Cutter geschnitten, dann mit einem Schlitz-Schraubenzieher ausgekrazt und schließlich alles verbleibende mit einem Lötkolben weggeschmolzen, das geht hervorragend.

Servoschacht


Und nach der Ausarbeitung mit dem Lötkolben

Mein Ziel ist es den Flieger so leicht zu machen, dass er ggf. mit Klappluftschraube auch Segelflug und Hangflug-tauglich ist. (Hat da jemand Erfahrung mit einer Gewichtsobergrenze für diese Zwecke? Und kann man an Deichen Hangflug betreiben? Und was ist da die notwendige Windgeschwindigkeit? Fragen über Fragen, vielleicht kennt einer Antworten?)

Zum Bau:
Wie empfohlen habe ich die Servos (GWS 140BB) in Schlauch geschrumpft, damit ich die "verlustfrei" wieder rausbekomme, sollte das Modell doch irgendwann mal nicht mehr fliegen. Der Nachteil dabei ist, dass sie nochmal ca. 1 - 1.5 mm dicker werden, also noch schwerer in die Flächen reinzukriegen sind, wenn sie oben nicht rausgucken sollen. In der Tat musste ich vom Depron alles bis auf einen 2mm Boden wegschneiden. -> Wäre es eine Alternative die Servos mit dünner Frischhaltefolie zu umwickelt? Dann könnte man sie ebenfalls leicht entfernen, die Folie ist dünner und leichter. Vielleicht beim nächsten Mal... Das Problem mit dem dünnen verbleibenden "Flächenrest" unter den Servos ist nicht so dramatisch, mit Epoxy gleichmäßig eingespachtelt stabilisieren die Servos selber die Flächen wieder recht ordentlich. Strappingtape auf der Unterseite dicht an dicht verhindert ein Aufreißen.

Servo in Schlauch (2x)


Zu den weiteren Komponenten:
Als Motor verwende ich einen Powerschnurz-klon aus Fernost von einem "Vereinigten usw...", er dreht mit 1300 U/Vmin (m=24g). Draufsetzen werde ich eine 7x5er Latte. Regler ist ein 10A Turnigy (m=9g), mit dem habe ich gute Erfahrungen gemacht. Empfänger soll der AR6100E (m=4,5g) sein, am anderen Ende ist die DX6i zu finden. (Mit der Anlage bin ich übrigens ebenfalls sehr zufrieden.)

Dann habe ich erstmal einen Motorträger gebaut. Dafür habe ich ein Stücken Alublech verwendet, abgelängt und den Motorträger drangeschraubt. An dieser Stelle habe ich schon etwas mit mir gerungen, da das ganze doch reichlich schwer ist. Dafür grundsolide. Den Motorträger habe ich dann noch perforiert, um etwas Gewicht zu sparen.



und im Detail:


und der Rest:


Alles in allem ergab es ein Gewicht von:

(178g für Elektronik und 3S-Lipo 910 mAh)

So, jetzt kommt die Stelle, an der ich einen Fehler Kopf gegen die Wand gemacht habe, der mir in Zukunft nicht mehr passieren wird: Da lag eine Rolle Strappingtape, daneben farbiges Paketband, vor mir der Flieger. Ich dachte: Naja, mal ausprobieren, wie das mit dem Bespannen so funktioniert (habe keine Erfahrung damit Kopfschuetteln).
Erstmal nur die Unterseite bespannen, die ist ja fertig. Aber nein, man soll immer alles oben und unten möglichst symmetrisch bespannen, also oben auch.

Soweit, so super.

Nur: Wie kriegt man dann die RC-Komponenten unter das Tape? nuts Da ich auf diese Frage in den Foren keine Antwort fand, musste ich den Flieger zumindest oben mittig wieder nackt machen, danach auch noch etwas mehr seitlich, wegen der Kabelkanäle.
Gemacht Erfahrung: Bespannen macht Spaß und geht schnell von der Hand, aber bitte erst, nachdem die Komonenten alle passgenau drin sind - UND: alles auf Fuktion getestet wurde. Vorher mal schnell ein bisschen Bespannen üben kann doofe Folgen haben, das weiß ich jetzt hammerhart .

Das EPP mag es nicht so besonders gerne beklebt zu werden, es lässt Tape nicht gut an sich haften. Als Vermittler wird empfohlen uhu-Por dünn aufzutragen.
Da hat sich der Magnetstreifenkartentrick gut bewährt: Wenn man dünne Würste von dem Kleber auf die Fläche kleistert, kann man die mit einer im flachen Winkel geführten Magnetstreifenkarte als Spachtel wunderbar gleichmäßig verteilen.
Besonders gut eignen sich VISA, MASTER und sonstige wichtige Kreditkarten cool.
Nein, mal im Ernst: Man verwende abgelaufene Karten, die gehen in vielen Bereichen des Modellbaus hervorragend als Spachtel!

Material


Einkleistern


Glatt ziehen (schön dünn)


Achtung: Ein- bis zweimal glattziehen reicht! Danach zieht der Kleber langsam an, wenn man dann noch weiter rumwischt, entstehen unschöne Klebewürste und der Kleber kommt wieder von der Fläche unter. Auf diese Weise entsteht ein Haftgrund, der toll hält, aber dennoch ein vorsichtiges Abziehen des Tapes erlaubt, ohne das viel Material rausgerissen wird. (An dieser Stelle bitte keine weiteren Kommentare.)

Die Unterseite:
Holme sind eingeklebt, Motorträger ist drin (vorne leicht angewinkelt geschliffen, fluchtet dann gut mit den Holmen und trägt kaum auf. Den Motorträger habe ich mit doppelseitigem Klebeband befestigt und dann mit Strappingtape überklebt.



Der Motorträger ist durch einen Schlitz gesteckt, der Motor ist mit seinem Träger lang genug denke ich, bei ersten Tests war er jedenfalls in dieser Position nicht viel lauter als freilaufend. (Abstand Propellervorderkante/Flächenhinterkante bei mri etwa 18mm.)



Der Motor sitzt somit auch oberhalb der Flächen, ich denke das macht sich bei Landungen im Gras und wer-weiß-wo motorschonend bemerkbar.

Ich würde jetzt gerne mit einem Bild zeigen, wo ich die Komponenten untergebracht habe, aber es trat wieder mein altes Problem auf: Bespannen macht ja so viel Spaß und man sieht den Fortschritt so schnell. Daher hatten meine Hände den kompletten Nuri eingetaped, bevor ich auch nur zur Kamera greifen konnte.

Ich zeige hier aber gerne das Resultat und möchte die Position der Komponenten kurz anzeichnen.



Die Idee dabei war alles so weit es geht nach vorne zu bringen, um den recht weit hinten sitzenden Motor und den Motorträger gewichtsmäßig auszutrimmen.
Nach ersten Tests konnte ich den Schwerpunt 13.7mm vor der Nasenleiste einstellen, wobei der Akku noch ca 15mm Platz zur Nase hatte. (Ich weiß, ist nicht sehr viel, vielleicht muss doch ein schwererer Akku her).

So sieht bei mir die Ruderanlenkung aus:


Sie ist aus einem 1.5mm Kohlestab, an den ich vorne mit Rovings einen kleinen Stahldrahtvorläufer geklebt habe, der ins Servohorn greift. Das Ganze ist billig, leicht und spielfrei. (Hat allerdings den Nachteil, dass die Länge nicht justiert werden kann. Ich habe einfach den Ruderholm angesetzt und mit Doppelseitigem Klebeband auf das Ruder geklebt, als alles in der richtigen Position war. Wozu dann noch Längenjustierbar?)

Er fliegt übrigens richtig klasse, ist derzeit mein bestes Allroundmodell. Kunstflug, Hangflug, Kameraflug, alles kein Problem. Hier ein kurzes Demovideo: